Deutschland wird aktuell zu etwa je einem Viertel aus Braunkohle-, Steinkohle- und Atomstrom versorgt. Das verbleibende Viertel wird durch erneuerbare Energieformen und andere fossile Brennstoffe (wie z.B. Erdgas) gebildet. Damit ist klar, dass ein sofortiger Ausstieg aus einem der drei traditionellen Energieformen nicht möglich ist, ohne erhebliche Einschnitte im alltäglichen Leben zu verursachen. Weder Kohlegegner, noch Befürworter bestreiten dies. Es soll hier auch nicht der Frage nachgegangen werden, was in der Vergangenheit hätte anders geschehen müssen, damit heute eventuell Energieformen überwiegen würden, die weder ein Endlager-, noch ein Klimaproblem stetig vorantreiben?


Es muss sich jedoch jeder Einzelne als Verbraucher die Frage stellen, wie er zu diesen Energieformen steht und in welcher Form er sie wissentlich oder unwissentlich unterstützt? Warum? Es macht keinen Sinn Bauspaarversträge und Rentenversicherungen abzuschließen die in Jahrzehnten finanziellen Wohlstand sichern sollen und sich zeitgleich nicht um das Umfeld zu bemühen, in welchem man dieses Geld dann später ausgeben möchte. Dabei ist es nicht unbedingt notwendig, das Geflecht deutscher oder europäischer Energiepolitik zu durchschauen. Vielmehr sollte man sich über die Vor- und Nachteile aller großen bestehenden Energieformen informieren und dies von möglichst vielen Seiten. Bisher konnte auf die Abbaggerung von Dörfern zu Gunsten des allgemeinen Wohlstandes nicht verzichtet werden und dies wird auch weiterhin der Fall sein, wenn Kohleabbau in der jetzigen Form von der Bevölkerung aktiv oder passiv unterstützt wird. Dies ist jedoch genau so wenig ein Aufruf gegen Kohlestrom zu arbeiten, als wie es ein Appell an Selbigen ist. Viel wichtiger als Antworten vorzugeben ist es, den Einzelnen dazu zu bringen die richtigen Fragen zu stellen. Kurzsichtiges Denken führt selten auf den richtigen Weg.

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