Eine der häufigsten Fragen die während der Arbeiten zu diesen Film auftraten war "und für wen macht ihr das?". Die Antwort darauf erzeugte oft Unglauben, denn sie lautete immer "für uns selbst". Tatsächlich war der Auslöser eine kurze Radiomeldung am 18. September 2007, die der Filmemacher Peter Benedix zufällig verfolgte. Die dort angekündigte Umsiedlung ganzer Dörfer für die Braunkohlegewinnung, hielt er für ein unrealistisches, fast schon albernes Vorhaben, welches sicher allein an den rechtlichen Hürden scheitern würde. Schnell jedoch wurde er eines besseren belehrt und wollte die Prozesse dahinter verstehen. Stets stieß er auf Empörung, wenn er davon erzählte, dass wir in Deutschland stetig Kulturgüter zerstören und Menschen umsiedeln. Noch faszinierender war jedoch der Umstand, dass diese Empörung stets aus gänzlicher Unwissenheit über die Thematik herrührte, obwohl die Ereignisse in den drei großen Tagebaurevieren Deutschlands doch fast jeden Bereich unseres Lebens berühren.

Um die Zusammenhänge und Hintergründe zu verstehen, aber auch um sich eine Meinung zu diesem Thema bilden zu können, wurde ein Team gebildet und der Dreh begann. Die Reisen zwischen den verschiedenen Aspekten die dazu führen, dass wir immer noch Dörfer für unseren Wohlstand zerstören müssen, kann der Zuschauer in diesem Film nachvollziehen und somit einen Einblick auf das Menschliche dieser scheinbar weit entfernten Welt der Energiegewinnung erlangen. Wichtig dabei war immer eine einfache Verständlichkeit. Kaum einer kann sich eine Tonne CO2 oder eine Milliarde Euro vorstellen. Verständlich machen, wie man es selbst verstehen will, war stets der Anspruch. Deshalb treten in "Heimat auf Zeit" auch hauptsächlich Menschen auf, die auch als Menschen agieren und nicht ausschließlich als Experten.

Wie viel ist uns Heimat in der heutigen Zeit Wert und welchen Preis hat sie? Wer glaubt diese Frage schnell beantworten zu können, ist ein glücklicher Mensch.